J.R. 5-9-70

Diesen verpackten Rennwagen von Jochen Rindt hat Robert Häusser während des Großen Preisses von Deutschland 1970 auf dem Hockenheimring aufgenommen. Das Foto wurde bereits zeitlebens zur großen Ikone und prägte das Image des Künstlers. Selbst bezeichnete Häusser den verpackten Lotus als einen fahrenden Sarg und es erwies sich fast als prophetische Ahnung, da Jochen Rindt vier Wochen später in Monza tödlich verunglückte. Wie ein Epitaph gekennzeichnet, erhielt das Bild darum den Titel „J.R. 5.9.70“ und erinnert auf diese Weise an den verstorbenen Rennfahrer und seinen Todestag. Der Rennwagen strahlt etwas Erhabenes und Unwirkliches aus und wirkt in seiner scharfen Kontur, die mit dem Schatten eins wird wie ein zu zähmendes Tier, das eine fast kaum zu bändigende Kraft besitzt. Es wirkt beinahe wie eine profane Version der biblischen Gestalt des Samson, bevor er die Philister erschlägt. Das Werk gehört in die thematische Werkgruppe „Magie der Dinge“.

Künstler

Robert Häusser

Jahr

1970

Werkgruppe

Magie der Dinge

Maße

61,5 x 41,6 cm

Technik

Gelatinesilberabzug, Originalabzug (Vintage Print)

Signatur

signiert und datiert