Augenblicke //

Christian Borth und Thomas Windisch

Poetic Exhibition

Ausstellung bis 27. April 2018

„Von allen erdenklichen Ausdrucksmitteln fixiert allein die Fotografie einen bestimmten Augenblick. Wir beschäftigen uns mit Dingen, die wieder verschwinden und die man, wenn sie erst verschwunden sind, unmöglich wieder zum Leben erwecken kann.“

 

(aus: Henri Cartier-Bresson:

Der Entscheidende Augenblick, 1952)

#Christian Borth

Christian Borth, Cirque d hiver I, 2012

Cirque d’hiver I, 2012, Pigmentdruck auf Baryt, 70 x 46 cm, 2/7 + 1 A.P.

Christian Borth, Sheri, 2013

Sheri, 2013, Pigmentdruck auf Baryt, 70 x 46 cm, 2/7 + 1 A.P.

Christian Borth, ohne Titel, 2012

ohne Titel, 2012, Pigmentdruck auf Baryt, 105 x 70 cm, 1/7 + 1 A.P.

#Thomas Windisch

Thomas Windisch, Upside down, 2015

Upside down, 2015, Pigmentdruck auf Baryt, 70 x 46,5 cm, 8 + 1 A.P.

Thomas Windisch, Giant softbox, 2016

Giant softbox, 2017, Acrylglas auf Alu DiBond, 80 x 120 cm, 8 + 1 A.P.

Thomas Windisch, Circles and Squares, 2015

Circles & Squares, 2015, Pigmentdruck auf Baryt, 70 x 105 cm, 8 + 1 A.P.

#Henri Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson, ohne Titel Get a little fun ..., New York, 1935

ohne Titel („Get a little fun …“), New York, 1935, Silbergelatineabzug aus den 1960er Jahren, Stempel des Atelier Cartier-Bresson, 25 x 17,5 cm

Henri Cartier-Bresson, ohne Titel, King of Quality, New York, 1935

ohne Titel („King of quality“), New York, 1935, Silbergelatineabzug aus den 1960er Jahren, Stempel des Atelier Cartier-Bresson, 17,35 x 25 cm

#Lyrik

AUSSTELLUNG

Vom 2. März bis 27. April werden in der Prince House Gallery die Werke der Fotografen Christian Borth (presented by Prince House Gallery) und Thomas Windisch (presented by Heinz Liesenberg) sowie zwei Arbeiten von Henri Cartier-Bresson vorgestellt. Christian Borth (Mannheim/Paris) ist ein erfahrener Modefotograf, der bereits für zahlreiche namhafte Magazine arbeitete und ein besonderes Gespür für den Menschen und seine theatralische Inszenierung hat. Der gebürtige Österreicher Thomas Windisch (Gratkorn AT) – ehemaliger Berufssoldat – sucht mit seiner Ausrüstung weltweit abgelegene, verlassene und zuweilen verbotene Orte auf, die beim Betrachter Sehnsüchte nach vergangenen Augenblicken aufkommen lassen. Im Format der Poetic Exhibition erfinden sich beide Fotografen ein Stück weit neu und gehen eine spannungsreiche Fusion ihrer ganz unterschiedlichen Bildwelten und Bildsprachen ein. Begleitet werden die neun Zusammenstellungen von lyrischen Texten (Helga Köbler-Stählin und Kristin Wolz), die den Paarungen eine eigene Sprache verleihen.

DER AUGENBLICK IN DER FOTOGRAFIE

Die Modefotografie steht wie kein anderes Genre für den inszenierten Augenblick und eine Welt voller Glanz und Dekor. Sie ist ohne den Eingriff des Fotografen nicht denkbar. Erst durch seine
Zutaten wird etwas Sichtbares geschaffen. Ganz anders verhält es sich dagegen in der “Lost-Places-Photography”. Sie spürt Orte auf, die dem Verfall und dem natürlichen Gang der Dinge überlassen wurden. Dabei kommen für den Betrachter zwei Momente zusammen: der Augenblick des hier und jetzt Verfallenen und Vergessenen sowie das Aufschimmern einer fernen Zeit, eines Augenblickes, den wir nur rückwirkend erahnen können. Ihr Reiz besteht in diesem doppelten Augenblick, in dem Raum, der sich zwischen beiden Momenten eröffnet. In der Geschichte der Fotografie kommt dem Begriff des “Augenblicks” eine besondere Bedeutung zu. Er kennzeichnet von Anbeginn das Neue der Gattung, das keiner anderen Kunstgattung bis dato eigen war: das Einfangen und Festhalten eines kurzen Ausschnittes des zeitlichen Verlaufs der Geschichte. Die Reportagefotografie avancierte darum zum wichtigsten Medium auf der Suche nach dem authentischen Moment. Von der Kriegsberichterstattung bis zu den Milieustudien aus den
Armenvierteln New Yorks oder Londons reichen ihre Aufnahmen. Zu einem ihrer bedeutendsten Vertretern gehört Henri Cartier-Bresson (1908-2004), Mitbegründer der Foto-Agentur Magnum:

 

„Von allen erdenklichen Ausdrucksmitteln fixiert allein die Fotografie einen bestimmten Augenblick. Wir beschäftigen uns mit Dingen, die wieder verschwinden und die man, wenn
sie erst verschwunden sind, unmöglich wieder zum Leben erwecken kann.“

(aus: Henri Cartier-Bresson: Der Entscheidende Augenblick, 1952)

 

Aus den 1930er Jahren, als Cartier-Bresson in New York bei Paul Strand weitere fotografische Erfahrungen sammelte, stammen zwei Arbeiten, die ebenfalls in der Prince House Gallery ausgestellt werden. Sie zeigen reportagehafte Momente vom Straßenleben in New York und stehen Pate für ein Medium, das einem einzigartigen Moment einen Sinn verleihen kann und ihn so in einen ewigen Augenblick verwandelt.