Artists

RALF BREUCK

THOMAS PETRI

GERHARD WINKLER

KUNSTSALON POSIN

Kunstsalon Posin

ROBERT HÄUSSER

GIOVANNI CASTELL

PETER MATHIS

HANNES NEUMANN

LUCA ZANIER

BRIXY

Regelmäßig informieren wir über die Aktivitäten und Ausstellungen unseres Hauses. Werden Sie Teil des Prince House-Netzwerkes und abonnieren Sie den Newsletter der Prince House Gallery.

›Alle Versuche und Ziele der Fotografie wurden bisher auf ein falsches Gleis geschoben‹, schrieb Moholy-Nagy, Professor am Bauhaus Dessau und leidenschaftlicher Fotograf im Jahre 1927. Denn alle Fotos sind entweder ›Notierverfahren der Realität‹ – oder ›Kunst‹.

Man sollte sich daran erinnern, dass das Wort Fotografie ›Lichtmalen‹ heißt, und seit etwa 1830, der Erfindung des Daguerres-Verfahrens, zu den technischen Künsten gehört. Der Massenmarkt dieser ›Lichtbilder‹ mit ‹Bildern für Jedermann‹ begann sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu entwickeln, mit Boxkameras und Rollfilmen, auf Wunsch auch in Farbe. Schon vor dem II. Weltkrieg wurden Kleinbildkameras erschwinglich, ab 1991 wurden die ersten digitalen Profikameras gebaut. Danach begann die Digitalfotografie zu boomen und jeder kann heute theoretisch ›gute Bilder‹ machen.

Nach herkömmlichem Verständnis sind ›gute Bilder‹ ein Abbild der Wirklichkeit – oder dessen, was wir dafür halten. Aber ›Wirklichkeit‹ ist ein vieldeutiger Begriff. Interessanterweise lehrt uns die Philosophie schon seit Jahrtausenden, dass es keine gültige und endgültige Beschreibung von ‘Wirklichkeit’ gibt.

›Gute Bilder‹ sind deshalb in der Fotokunst von heute keine Abbilder der Wirklichkeit mehr. Es sind Fotos wie die Arbeiten, die derzeit in der Prince House Gallery ausgestellt werden: ›Unlichte Wirklichkeiten‹ von Ralph Brueck, Gerhard Winkler, Thomas Petri, Giovanni Castell, Hannes Neumann und Peter Mathis. Sie präsentieren sich experimentierfreudig und künstlerisch innovativ.

Diesen Arbeiten geht es weder um den Realitätsgehalt noch um den dokumentarischen Blick. Sie sind keine angewandte Fotografie, sondern bewegen sich auf einer Grenze zwischen Realität und Abstraktion, zwischen Gegenstand und malerischer Geste. Sie zeigen uns komprimierte Wirklichkeit, autonom und losgelöst, aber dennoch mit unverwechselbarer Handschrift. Ihre visuelle Sprache führt mittels der Fotografie die Idee der gemalten Illusion fort. Licht, Form, Atmosphäre und optische Illusionen sind Hauptbestandteile des Vokabulars dieser Positionen. Damit spielen sie und faszinieren den Betrachter. In der Auseinandersetzung mit diesen Bildern ist mehr Wirklichkeit enthalten als in den Dingen selbst. Und zwischen Erkennen und Assoziieren findet Imagination statt, im Auge und im Gehirn.

Die fotografische Bildkultur dieser Positionen macht Schluss mit emotionslosen monolithischen Werken und trägt neue Botschaften zum Betrachter. Allen Kassandrarufen derjenigen zum Trotz, die das Ende der Fotografie heraufbeschwören wollen: Sie ist nicht am Ende, sie beginnt erst. Befreit die Pixel!

 

Elke Werry (Kunsthistorikerin und Filmemacherin)